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18.09.2021
Artikel aktualisiert am 23.11.2021

Die unsichtbare Großstadt

Der Stadtteilverein Lohbrügge organisierte am 03. August im Haus brügge den Vortrag von Frau Dr. Kirsten Brodersen-Rauhut „Hingeschaut: Lohbrügge und die unsichtbare Großstadt“, der unter Beachtung der geltenden Corona-Regeln von gut 20 Teilnehmer/innen besucht wurde.

Die Kulturanthropologin, die aktuell in Toulouse, Frankreich, lebt und arbeitet, stellte sich und ihren beruflichen Werdegang kurz vor und erläuterte dann den Inhalt ihrer wissenschaftlichen Arbeit.

Gestartet wurde mit einem Foto, des nicht vorhandenen Ortseingangsschilds an der Landesgrenze von Reinbek nach Hamburg. Dieses prägnante Foto war zugleich Thema des Vortrags „unsichtbare Großstadt“. Die Feldforschung wurde über sieben Jahre durchgeführt und durch viele Interviews mit Lohbrügger/innen ergänzt. Wie lässt sich herausarbeiten, dass Stadt-Räume nicht erscheinen oder neben etwas anderem in den Hintergrund treten? Zusammenfassend wurde die Problematik, Unsichtbarkeit zu erfassen, Thema der Forschungsarbeit.

Die Stellung von Lohbrügge innerhalb des Stadtstaates Hamburg wurde ergründet, wie auch Symbole, die mit Lohbrügge verbunden sind. Dazu zählen unter anderem der Wasserturm „Sander Dickkopp“, Baujahr 1907, und die Korachstraßen-Hochhäuser, die im Zusammenhang mit der Besiedlung von Lohbrügge-Nord in den sechziger Jahren entstanden. Als eines der Ergebnisse wurde festgestellt, dass Lohbrügge, mit ca. 40.000 Einwohnern neben Bergedorf wenig sichtbar ist. Den Lohbrügger Teil der Alten Holstenstraße nachhaltig zu einem attraktiven Bindeglied zu Bergedorf zu machen, könnte Lohbrügge aufwerten.

Prägend waren für die Feldforscherin unter anderem die Sackgassen in Lohbrügge. Sie führen vielfach zu interessanten Orten, wie die Johann-Meyer-Straße zum Bahnhof und der Richard-Linde-Weg in einem Teilstück zum Wasserturm.

Zum Abschluss des gut einstündigen Vortrags wurde eine lebhafte Diskussion geführt. Hier wurden von den Teilnehmer/innen der Veranstaltung die großzügigen Grünflächen, z. B. Grünes Zentrum, als überaus positiv genannt. Andererseits wurde der Wegfall der kleinen Einkaufszentren bemängelt. Die Anbindung an das U-Bahnnetz wurde ebenfalls als wünschenswerte Aufwertung genannt.

(Text: Dieter Delvos)

Weiter interessant Beiträge aus Lohbrügge und Umgebung finden Sie in unserer Stadtteilzeitung.

 

 


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